Immer Mitte der Woche berichte ich dir von meinem Eindruck zu einem Buch, in das ich versunken bin. Ich halte das für spannend, weil mir zumeist das Ende noch unbekannt ist und du mitfiebern kannst. Solltest du das Buch schon gelesen haben, mache ich dich vielleicht auf Textpassagen aufmerksam, die du gar nicht mehr präsent hattest. Vielleicht mache ich dich aber auch einfach auf ein Buch aufmerksam, dass du noch gar nicht kennst?


Ein ganzes Leben – Robert Seethaler – 2016 – Verlag Goldmann

Aktueller Lesestatus: Seite 48 von 185
ISBN: 978-3-442-48291-7

Bei diesem Buch fällt es mir tatsächlich einmal schwer, eine erste Einschätzung abzugeben. Das Buch scheint ganz und gar beschaulich und bodenständig zu sein. Das betrifft nicht nur die Atmosphäre, sondern auch den Hauptcharakter und die einfachen Verhältnisse. Denn die Geschichte spielt in einem Dorf, sodass es sich – mitten in den Alpen ohne Stromanbindung – kaum anders verhalten könnte.

Im Mittelpunkt steht das Leben des Hauptcharakters Andreas Egger. Er humpelt und ist mit vier Jahren in das Dorf gekommen. Natürlich gehört er nicht ganz dazu. Doch er ist stark und kann kräftig anpacken, wenn es um harte Arbeit geht. Andreas Egger redet außerdem nicht viel. Doch er findet eine Frau toll. Was kann man da machen?

„Ginge es nach ihm, würde er für den Rest des Lebens an irgendeinem Wegrand sitzen, Hand in Hand mit Marie an einen harzigen Baumstamm gelehnt. Aber jetzt ging es eben nicht mehr nur nach ihm. Er kannte seine Aufgaben in dieser Welt.“ (45)

„Ein Mann müsse den Blick heben, auf dass er möglichst weit hinwegschaue über sein eigenes Fleckchen Erde, hatte er gesagt. Und so wollte er es auch halten.“ (45)

Die Geschichte ruft bisher wenig starke Emotionen in mir hevor, vielmehr verfolge ich die Handlung mit Gleichmut. Der Hauptcharakter ist mir symphatisch. Er wirkt unbeholfen und selbstsicher zugleich. Dabei scheint er stets weitsichtig und mit wenig im Leben zufrieden zu sein. Ich bin wirklich gespannt, wohin die Reise des Mannes geht.

Die Geschichte wirkt authentisch, weil schlicht, ohne Schmuck und Dramatisierung. Ich bin sehr neugierig, welche Botschaft das Buch für mich bereit hält. Denn ich kann mir nicht vorstellen, dass ein solches Buch ohne abschließende Botschaft bleibt.

Kennst du den Roman?

 

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tarlucy

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