buch_flavia01Buchrezension.
Flavia de Luce – Mord im Gurkenbeet. Alan Bradley. 2010. Erstausgabe 2009.

Die elfjährige Flavia entdeckt früh morgens eine Leiche im Gurkenbeet. Da sich ihr Vater tags zuvor mit eben jener Person gestritten hatte, wird Colonel de Luce sofort als Mörder verdächtigt. Nur seine Tochter glaubt an seine Unschuld und geht der Sache auf den Grund. Denn immerhin wurde der Tote vergiftet und wer kennt sich schon so gut mit dem Giftmischen aus wie Flavia? Hartnäckig widmet sie sich dem Fall und fragt, ganz auf ihre kindliche Unschuld zurückgreifend, allerlei Zeugen aus. Leider muss sie dabei feststellen, dass ihr Vater tatsächlich Geheimnisse aus vergangenen Zeiten mit sich schleppt.

Das erste Buch der Krimireihe rund um das Mädchen Flavia de Luce ist ein voller Erfolg, denn immerhin ziert die Reihe nun bereits sieben Bände. Auch mir hat die kurzweilige Geschichte, die den Leser nicht nur auf den Kriminalfall als solchen fixiert, sondern vor allem auch auf die Familie de Luce eingeht, sehr gefallen. Einzelne Charaktereigenschaften der Familienmitglieder werden gekonnt herausgestellt. Dies geschieht zu gleichen Teilen auf charmante wie auf mit schwarzem Humor aufgeladene Art und Weise.

Gerade die gerissene und forsche Art der elfjährigen Flavia, die ihrem Alter so gar nicht gerecht wird, hat es mir angetan.

Das Mädchen birgt einen Wissensschatz in sich, der nicht im Verhältnis zu ihrem Alter steht und völlig überzogen ist. Doch gerade durch dieses humorvolle Extrem funktioniert die Geschichte. Dieser Charakter ist es, der den Leser im Wesentlichen durch die ganze Handlung hindurchträgt und diese erst interessant, weil individuell macht. Man hat den Eindruck, dass sich dies auch auf den Schreibstil des Autors auswirkt, der auf der einen Seite sehr liebevoll beschreibt und auf der anderen Seite erschreckend pragmatisch an die Dinge herangeht – wie eben auch Flavia.

Das Buch kann ich jedem empfehlen, der sich auf einen vergleichsweise sanften, aber morbiden Kriminalfall einlassen möchte, in denen auch individuelle Eigenarten und Humor nicht zu kurz kommen. Einen kleinen Einblick in die Lektüre gibt mein Beitrag Buchtastische Zwischen-Gedanken KW43’16. Ich kann den – etwas anderen – Krimi guten Gewissens weiterempfehlen!

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