Immer Mitte der Woche berichte ich dir in Form eines Kurzbeitrags jeweils von meinem Lesestatus. Dabei geht es weniger um das simple durchgeben aktueller Seitenzahlen zu Büchern, die ich gerade lese. Vielmehr möchte ich meinen Eindruck zu einem ausgewählten Buch schildern, in das ich gerade versunken bin. Ich halte das deshalb für spannend, weil mir zumeist das Ende des jeweiligen Buches noch unbekannt ist und du mit mir mitfiebern kannst. Solltest du das Buch schon gelesen haben, mache ich dich vielleicht auf Textpassagen aufmerksam, die du gar nicht mehr präsent hattest. Ich bin total gespannt, wie die Blogreihe bei dir ankommt!

Falls auch du Lust hast, dich der Blogreihe anzuschließen, gib mir einfach kurz bescheid. Den Header kannst du dann übernehmen und in meinen wöchentlichen Beiträgen würde ich dich direkt verlinken.


Flavia de Luce. Mord im Gurkenbeet – Alan Bradley – 2010 – Verlag blanvalet

Aktueller Lesestatus: Seite 233 von 383
ISBN: 878-3-442-37624-7

Lange hatte ich überlegt, ob ich Flavia de Luce lesen soll. Immerhin ist das gleich wieder eine ganze Buchreihe mehr, falls mir die Geschichte zusagt. Und jetzt bin ich gerade mitten im Buch. Die vertrauliche Unterhaltung, die Flavia gerade mit ihrem Vater führt, gefällt mir. In der Familie de Luce zeigt man einander nicht, dass man sich liebt und wertschätzt, es gibt keine Umarmungen unter Familienmitgliedern. Umso rührender sind dann feinfühlige Beschreibungen wie diese:

„Vaters Blick verschleierte sich, und ich merkte, dass er in eines seiner persönlichen Kaninchenlöcher abgetaucht war, die ihn so oft verschluckten. Manchmal fragte ich mich, ob ich mich wohl je an sein unvermitteltes Verstummen gewöhnen würde. Aber dann, wie ein blockiertes Uhrwerk, das jäh wiede zum Leben erwacht, wenn man mit dem Finger dagegenschnippt, setzte er seine Geschichte fort, als hätte er sich nie unterbrochen.“ (225)

Doch neben aller Feinfühligkeit, zeichnet sich Flavia gerade durch ihre forsche Art aus, den Dingen auf den Grund zu gehen. Dies kommt nicht von ungefähr, denn auch ihr Vater drückt sich im Monolog über seine Vergangenheit, dem Flavia lauscht, ziemlich pragmatisch aus:

„Aber dann sah ich ihn fallen. Ein Mitschüler erzählte später einem Zeitungsreporter, er habe ausgesehen wie ein gestürzter Engel, aber das stimmte nicht. Er plumste wie ein Strumpf mit einem Stein drin vom Dach. Poetischer lässt es sich nun mal nicht beschreiben.“ (222)

Der Schreibstil und der Charakter der 11-jährigen Flavia gefällt mir ziemlich gut. Je nachdem, wie der Kriminalfall rund um Flavia weitergeht, befürchte ich, dass ich früher oder später weitere Bände der Reihe lesen möchte.

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tarlucy

 

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