Willkommen zu meiner neuen Blogreihe! Ja, richtig. Du erlebst gerade die Premiere meiner buchtastischen Zwischen-Gedanken. Angekündigt hatte ich die Reihe bereits in meinem letzten Monatsrückblick. Worum geht es da gleich nochmal?

Immer Mitte der Woche, das heißt mittwochs oder donnerstags, werde ich dir in Form eines Kurzbeitrags jeweils von meinem Lesestatus berichten. Dabei geht es weniger um das simple durchgeben aktueller Seitenzahlen zu Büchern, die ich gerade lese. Vielmehr möchte ich meinen Eindruck zu einem ausgewählten Buch schildern, in das ich gerade versunken bin. Ich halte das deshalb für spannend, weil mir zumeist das Ende des jeweiligen Buches noch unbekannt ist und du mit mir mitfiebern kannst. Solltest du das Buch schon gelesen haben, mache ich dich vielleicht auf Textpassagen aufmerksam, die du gar nicht mehr präsent hattest. Ich bin total gespannt, wie die Blogreihe bei dir ankommt!

Falls auch du Lust hast, dich der Blogreihe anzuschließen, freue ich mich sehr! Gib mir in dem Fall einfach kurz bescheid. Den Header kannst du dann übernehmen. Außerdem würde ich dich in meinen Beiträgen als Teilnehmer der Blogreihe verlinken. Und jetzt, viel Spaß!


Sofies Welt – Jostein Gaarder – 1993 – Carl Hanser Verlag

Aktueller Lesestatus: Seite 112 von 606

„Bist du noch da, Sofie?“ (102)

Diese Frage richtet der zunächst unbekannte Aufsatzschreiber häufiger an das Mädchen. Zurecht!

Denn immerhin wird der jungen Sofie richtiger Philosophie-Unterricht erteilt. Dabei scheint sie vielmehr zu interessieren, wer ihr Lehrer ist und vor allem, wer das Mädchen Hilde ist, die immer wieder zwischen den Zeilen auftaucht. Lieber Blogleser: Interessierst du dich für Philosophie?

Den Roman lese ich jetzt bereits zum dritten Mal. Das hat in meinem Leben noch kein Buch geschafft. Dass ich mir für dieses Buch mehr Zeit nehme, als für andere Bücher, ist selbst beim dritten Mal nicht anders. Jostein Gaarder gehört zu meinen absoluten Lieblingsautoren. Der Autor hat das Talent, Wissen in Form von Geschichten zu vermitteln und oft handelt es sich bei seinen Büchern um Text im Text. Das mag ich besonders. Das Buch hat mich schon vor über zehn Jahren für Philosophie begeistern können. So habe ich gestern Abend erst die Seiten über Platon und seine Ideenlehre gelesen. Es ist einfach bezaubernd, wie der unbekannte Lehrer die Ideenlehre anhand von Pfefferkuchen verdeutlicht. Sind fünfzig Pfefferkuchen in der Auslage eines Bäckers alle gleich? Oder stammen sie nicht vielmehr alle aus derselben Form?

„Platon glaubte an eine eigene Wirklichkeit hinter der „Sinnenwelt“. Diese Wirklichkeit nannte er die Welt der Ideen. Hier finden wir die ewigen und unveränderlichen „Musterbilder“, die Urbilder hinter den verschiedenen Phänomenen, die uns in der Natur begegnen.“ (105)

„[Unser Körper] ist unlösbar mit der Sinnenwelt verbunden und erleidet dasselbe Schicksal wie alles andere […]. Eben weil die Seele nicht materiell ist, kann sie einen Blick in die Ideenwelt werfen.“ (108)

Außerdem konnte ich gestern Abend im gleichen Atemzug von Platons Höhlengleichnis lesen, bevor ich irgendwann doch zu müde wurde. Gaarder lehrt dem Leser auf einfache und unterhaltsame Art und Weise die ganze Geschichte der Philosophie.

Wer der unbekannte Aufsatzschreiber ist, hat mir das Buch inzwischen verraten. Ich behalte es für mich, schließlich möchte ich niemandem die Freude am Lesen verderben. Obwohl ich das Buch schon zum dritten Mal lese, kann ich mich nicht mehr gänzlich an die Auflösung der Geschichte erinnern. Ich freue mich darauf zu lesen, wie sich Sophie und ihr geheimnisvoller Lehrer kennen lernen und was es mit Hilde auf sich hat. Ich bin mir sicher, dass das Ende der Geschichte raffiniert ist!

Hast du den Roman mal gelesen?

 

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