Buch_MondSohoBuchrezension.
Schwarzer Mond über Soho. Ben Aaronovitch. 2012. Originalausgabe 2011.

Constable Peter Grant ist ein gewöhnlicher Polizist. Sein Spezialgebiet ist jedoch alles andere als gewöhnlich: Peter ist seit kurzem Magier in Ausbildung, bei Detective Inspector Nightingale, dem letzten Magier Englands. Das korrekte Ausführen von Zaubern will allerdings gelernt sein. Als Peter eines Abends zu der Leiche eines Jazzmusikers gerufen wird, verliert das Lernen aber jäh an Dringlichkeit. Denn in den Jazzclubs in Soho – im Herzen Londons – sterben verdächtig viele Musiker eines unerwarteten Todes.

Das erste Buch dieser Reihe rund um Constable Peter Grant heißt Die Flüsse von London und hat mir recht gut gefallen. Viel besser gefallen hat mir jedoch dieser zweite Band der bisher fünfteiligen und noch nicht abgeschlossenen Reihe. Denn gerade die Aspekte, die ich an dem ersten Buch bemängelt habe, hat Aaronovitch hier gekonnt in Luft aufgelöst.

Die geschilderten Fälle sind wunderbar ineinander verwoben, sodass man als Leser eine flüssige Geschichte in den Händen hält. Endlich erhalte ich den so sehnlichst gewünschten, tieferen Einblick in diese Welt der Magie, die der Autor in seinem ersten Band so schmerzlich vermissen lässt. Ich habe das Gefühl, der Geschichte und der Magie ein Stück weit näher gebracht worden zu sein und freue mich schon jetzt auf weitere Details dazu in den folgenden Bänden der Reihe. Aaronovitch hat in mir definitiv Neugier entfacht. Nicht zuletzt deshalb, weil uns gegen Ende der ein oder andere kleine Cliffhanger erwartet. Nicht alle Fälle werden gänzlich aufgeklärt.

Das Jazz Thema hat mir unglaublich gut gefallen und war nahezu lehrreich. Denn tatsächlich hatte ich das Gefühl, in die Atmosphäre alter Musikertage hinein zu schnuppern und vergangenen Klängen zu lauschen.

Außerdem begegnet Aaronovitch gekonnt und mit viel Ironie dem in Kritiken geäußerten Vergleich seines ersten Bandes mit Harry Potter. Das bringt nicht nur der Geschichte, sondern auch dem Autor einige Sympathiepunkt ein.

Wer Die Flüsse von London bereits gut, aber trotz allem zu konfus gefunden hat, dem kann ich Schwarzer Mond über Soho wirklich ans Herz legen. Es mag komisch klingen, aber diese Geschichte macht auf mich einen aufgeräumten Eindruck und erweckt in mir die freudige Erwartung auf den dritten Band.

 

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