Buch_AchseWeltBuchrezension.
Die Achse meiner Welt. Dani Atkins. 2014. Originalausgabe 2013.

Kurz vor Studienbeginn geschieht ein schrecklicher Unfall, der das Leben von Rachel völlig auf den Kopf stellt. Sie verliert ihren besten Freund und ihre Lebensfreude. Einige Jahre später wird sie erneut einer schweren Prüfung unterzogen, denn Rachel erwacht nach einem schweren Sturz im Krankenhaus. Plötzlich verläuft ihr Leben genauso, wie sie es sich immer erhofft hat. Sogar ihr bester Freund lebt! Wie ist das möglich? Was ist mit ihrem alten Leben? Es handelt sich um eine Liebesgeschichte der besonders verwirrenden Art.

Der Roman thematisiert die Wege des Lebens auf Basis getroffener Entscheidungen – frei nach dem Motto, was wäre, wenn …? Die Geschichte ist flüssig erzählt und lässt sich in kürzester Zeit lesen. Es sind stets viele Fragen offen, die es zu klären gilt, sodass inhaltlich viel Spannung aufgebaut wird. Das Buch ist emotionsgewaltig, es hat mich wirklich gepackt und nicht mehr losgelassen. Atkins versteht es, Gefühlen einen realistischen Ausdruck zu verleihen.

Leider sind die Charaktere sehr einseitig und tiefenlos dargestellt. Das macht es leicht, einzelne Handlungen oder Beweggründe zu durchschauen. Die Protagonistin Rachel wird zudem sehr naiv dargestellt. Sie hätte ihre komplizierte Situation meiner Ansicht nach intensiver hinterfragen können.

Atkins versucht, das Grundgerüst tragischer Ereignisse – zurecht – mit ihrer Idee einer Liebesgeschichte aufzustocken. Doch wenn die Tragik zugunsten dieser Liebesgeschichte ins Wanken gerät und an Ernsthaftigkeit verliert, ist das schade. Das Beziehungsleben der Protagonistin ist vorherrschend und rückt die Sorgen, die sie eigentlich haben sollte, in den Hintergrund.

Darüber hinaus wird die Handlung im Verlauf des Romans zunehmend kitschiger. Denn die Liebesbeziehung erscheint am Ende etwas zu gewollt. Betrachtet man die Geschichte und ihren Ausgang als Ganzes, ist der Kitsch jedoch absolut gerechtfertigt.

Trotz der vielen Kritik, hat mir der Debütroman von Dani Atkins gut gefallen. Die von Gefühlen und offenen Fragen beherrschte Geschichte hat mich förmlich mitgerissen. Der unterhaltsame Wert des Buches wiegt also schwerer als die genannten Mankos. Das Buch hat mich mehr überzeugt als Atkins zweiter Roman Die Nacht schreibt uns neu. Zum schnellen Abtauchen für Zwischendurch, wäre ich einem weiteren Roman der Autorin grundsätzlich nicht abgeneigt.

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