Buch_RosieProjektBuchrezension.
Das Rosie-Projekt. Graeme Simsion. 2015. Originalausgabe 2013.

Don Tillmann sucht die Frau seines Lebens. Doch menschliche Beziehungen findet er verwirrend und irrational. Die Lösung ist sein eigens entwickeltes Ehefrau-Projekt. Ein perfekt optimierter Fragebogen soll auf wissenschaftlich exakte Weise die ideale Frau ermitteln: Eine Frau, die nicht raucht, trinkt oder unpünktlich ist. Bald trifft er auf Rosie, die ihr ganz eigenes Projekt verfolgt und ganz und gar nicht in das Schema seines Fragebogens passt.

Zunächst habe ich von dem Buch nicht viel erwartet und dieses für mich als uninteressant eingestuft. Da es jedoch großen Erfolg genießt und die Inhaltsbeschreibung kurzweilige Unterhaltung für Zwischendurch verspricht, kam ich nicht umhin, mir doch mal ein eigenes Bild von dem Roman zu machen. Ist es eine dieser Geschichten, die sich als Windbeutel ohne Sahnefüllung entpuppt oder steckt tatsächlich etwas hinter den Verkaufszahlen?

Kurz: Ich hatte das Buch in drei Tagen durch. Es hat mir – mag es an den geringen Erwartungen liegen? – ausgesprochen gut gefallen! Die Geschichte rund um Don und Rosie hat mich gefesselt. Die Thematik des Buches mag im Ganzen etwas platt und oberflächlich sein, doch aus der Sichtweise von Don wird diese zu einem wunderbar entrückten Erlebnis. Dons Gedankenwelt ist alles andere als konventionell und beflügelt die Geschichte gänzlich mit seinem unbeabsichtigten Humor. Der Leser erhält einen erfrischend anderen Blick auf ansonsten banale zwischenmenschliche Beziehungen und Verhaltensweisen. So erinnert mich sein Charakter stark an Sheldon Cooper aus der Serie The Big Bang Theory, die mich persönlich sehr begeistert. Diese auffallende Ähnlichkeit lässt sich als bloßer Abklatsch eines bewährten Charakters festhalten oder aber als Freude darüber, eine solche Geschichte in Buchform serviert zu bekommen.

Was mir nicht so sehr gefallen hat und zur Haupthandlung in meinen Augen kaum beiträgt, sind die vielen unnötigen Eskapaden seines besten Freundes Gene. Charakterlich bildetet Gene das absolute Gegenstück zu Don und rundet den Roman damit trotz allem ab. Weiter ist die Geschichte insgesamt etwas vorhersehbar, was sich für mich jedoch nicht auf den Unterhaltungswert ausgewirkt hat.

Das Buch ist definitiv jedem zu empfehlen, der sich mit einer schnelllebigen, romantischen Komödie gut unterhalten sehen möchte. Nicht zu empfehlen ist es denjenigen, die eine tiefgreifende Erzählung mit großem Spannungsfaktor erwarten.

Verlagsseite

 

 

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