Buch_VerwandlungBuchrezension.
Die Verwandlung. Franz Kafka. 2005. Originalausgabe 1915.

Gregor Samsa erwacht eines Morgens nicht mehr als Mensch, sondern als Ungeziefer in Form eines Käfers. Es ist die groteske Parabel einer stillen Revolte gegen die Unmenschlichkeit. In Tiergestalt hält Gregor Samsa der Welt den Spiegel vor.

Kafka drückt schonungslos auf sehr bildhafte Weise aus, was ihn an der Gesellschaft bedrückt. Er beschreibt die Verwandlung eines produktiven und damit wertvollen Mitglieds der Gesellschaft hin zu einem vollkommen nutzlosen und Arbeit verursachenden Käfer. Vor allem beschreibt er die Folgen, die diese Verwandlung nach sich ziehen, denn diese hat Auswirkungen auf seine Stellung im Job, auf sein Ansehen und vor allem innerhalb der Familie. Gerade die familiären Konstellationen, die zuvor als selbstverständlich galten, verändern sich massiv. Gregors Gedanken bleiben dabei die ganze Zeit im Vordergrund.

Dies war mein erstes Werk von Kafka, der sich sprachlich klar ausdrückt. Der Klassiker ist überraschend leicht zu lesen und nicht allein deshalb wirklich lesenswert. Die Geschichte regt sehr zum Nachdenken an und hat mich auch einige Zeit nach dem Lesen noch beschäftigt. Kafka lässt dem Leser viel Spielraum zur Interpretation. So entlässt mich das Werk mit sehr gemischten Gefühlen was die Konsequenzen der Verwandlung angeht. Denn neben vielen negativen Begebenheiten entstehen auch positive Effekte. Die Entstehung dieser positiven Effekte sind jedoch nicht ohne bitteren Beigeschmack zu genießen.

Die Verwandlung von Kafka ist uneingeschränkt weiterzuempfehlen! Dieses kurze Werk ist eine gute Wahl, um sich mit Kafka erstmals auseinanderzusetzen. Ich habe seine Gesellschaftskritik in mich aufgesogen und verlassen werden mich diese Gedanken nicht so schnell.

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