Buch_NachtSchreibtNeuBuchrezension.
Die Nacht schreibt uns neu. Dani Atkins. 2015.

Es geschieht ein Unfall in jener Nacht, die nach Emmas Junggesellinnenabschied fröhlich hätte ausklingen sollen. Ihrem zufälligen Retter Jake verdankt sie vor Ort ihr Leben, doch für ihre beste Freundin Amy kommt jede Hilfe zu spät. Emmas Verlobter Richard reagiert verständnisvoll und ihre Hochzeit wird verschoben. Trotz der unberechenbaren Alzheimererkrankung ihrer Mutter, verlief Emmas Leben bis zu diesem Unglück eigentlich in geregelten Bahnen. Hätte Emma nicht auf ihr Herz gehört, hätte ihre Zukunft einen völlig anderen Weg genommen. Das stellt Emma fest, während sie sich auf einen ganz besonderen Anlass vorbereitet.

Was macht ein tragischer Unfall mit einem Menschen? Als ich den Klappentext las, weckte diese Thematik besonders mein Interesse. Deshalb habe ich mich für die Lesechallenge beworben und prompt das Buch gewonnen. Der Roman ließ mich mit gemischten Gefühlen zurück.

Die Nacht schreibt uns neu ist mit jeder Faser des Papiers emotionsgeladen. Es werden schwierige Thematiken wie der Tod und die Trauerbewältigung oder der Umgang mit Alzheimer angesprochen – um aufgrund von Spoilervermeidung nur einige zu nennen. Das Buch hat mich von der ersten Seite an richtig gepackt. Ich habe gemeinsam mit Emma gelitten, getrauert, geliebt und geflucht. Der Erzählstil ist angenehm und durchweg flüssig. Doch leider wirkte die Handlung zunehmend konstruierter und in gleichem Maße kitschiger. Ebenso wurden die genannten Thematiken, die in meinen Augen selbst schon einen Roman Wert sind, immer mehr Mittel zum Zweck und traten zugunsten der dominanten Beziehungsproblematiken immer weiter in den Hintergrund. Letztlich drehte sich alles ausschließlich um Emmas Entscheidungen in Bezug auf ihre Beziehung und das fortwährende Einmischen ihrer engen Vertrauten in ihr Lebensglück. Das hat dem Roman meiner Ansicht nach etwas von seiner Authentizität und seiner zunächst vielversprechenden Komplexität genommen. Gegen Ende hat mir die vielseitige emotionale Tiefe gefehlt, die sich zu Beginn des Buches noch als Stärke abzeichnete. Trotz allem konnte ich dem Buch etwas abgewinnen, welches mich ganz unerwartet am Ende doch noch ein wenig überrascht hat.

Wer auf einen eher ernsthaften, themenübergreifenden Roman hofft, der mit allen genannten Lebensereignissen gleichermaßen sensibel umgeht, der wird eher enttäuscht werden. Wer jedoch nichts gegen Liebes-Dreiecksbeziehungen und Kitsch einzuwenden hat, der wird mit diesem Buch viele schöne Stunden verbringen.

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