Buchumschlag. Das 10-Minuten-ProjektBuchrezension.
Das 10-Minuten-Projekt. Chiara Gamberale. 2015.

Chiara wird von ihrem Mann im Stich gelassen, der offenbar zusammen mit einer anderen Frau eine Selbstfindungsphase durchlebt. Als sei dies nicht genug, verliert sie zeitgleich ihren Job bei einer Wochenzeitung als Schreiberin einer Kolumne. Chiaras Leben verändert sich schlagartig. Sie muss lernen, auf eigenen Beinen zu stehen, während sie sich zeitgleich immer wieder nach ihrem Mann sehnt. Der Vorschlag ihrer Therapeutin soll ihr helfen. Chiara soll einen Monat lang für je zehn Minuten am Tag etwas tun, dass sie im Leben noch nie getan hat. Ob dieses Vorhaben sie aus ihrem Kummer herausholt und ihr Leben in die richtigen Bahnen lenkt?

Die Grundidee des Romans, jeden Tag etwas Neues auszuprobieren, um auch seinem Leben eine neue Richtung zu weisen, gefällt mir außerordentlich gut. Das war der Hauptgrund, der mich zum Kauf des Buches bewogen hat. Es ist immer wieder interessant zu lesen, auf welche Ideen Chiara dabei von Tag zu Tag kommt. Das Buch ist dem entsprechend strukturiert wie ein Tagebuch. Jeden Tag passiert etwas, mal mehr und mal weniger.

Was mir in dem Buch gefehlt hat, ist jedoch die Tiefe ihrer Lebensproblematik. Sowohl die Dinge, die sich Chiara täglich einfallen lässt als auch ihre Gedankenwelt bleiben für mein Empfinden sehr oberflächlich. Es hätte mir gerade gegen Ende des Buches gefallen, wenn Chiara ihre Entwicklung mehr reflektiert hätte.

Nichts desto trotz bleibt das Buch nicht ohne Botschaft: Du selbst gestaltest dein Leben, also nimm es in die Hand. Das Gefühl von Zuversicht wird in dem Buch mitgeliefert.

Wer einen tiefsinnigen, fesselnden Roman erwartet, wird mit diesem Buch schlecht beraten sein. Wem jedoch die Idee des Zehn-Minuten-Projektes gefällt und neugierig auf das Ergebnis dieser ganz eigenen Art von Therapie ist, dem kann ich zu diesem Buch nur raten.

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